Dienstag, 15. Januar 2008

Selbständig werden und erfolgreich selbständig bleiben - die häufigsten Fehler bei der Gründung

Laut einer Studie der KfW-Mittelstandsbank bestehen nur rund 50 % aller neu gegründeten Unternehmen über einen längeren Zeitraum als 5 Jahre. Das heißt im Gegenzug, dass die Hälfte aller Neugründungen nicht erfolgreich ist und keine 5 Jahre am Markt überlebt. 

Als Hauptursachen werden dabei vor allem mangelhafte Information im Vorfeld und bei der Gründung, Finanzierungsprobleme und –defizite (beide > 60 %) sowie auch nicht ausreichende fachliche Qualifikation der Gründer (> 40 %), Mängel in der Planung und Überschätzung der eigenen Fähigkeiten (20 – 30 %) angegeben. Nur einen verschwindend geringen Anteil machen dabei äußere Einflüsse (ca. 15 %) aus (Mehrfachnennungen unter Befragten Unternehmern mgl.).

Bei der Betrachtung der Studie überrascht es nicht, dass Informationsdefizite mit über 60 % am Misslingen einer erfolgreichen Existenz- und Unternehmensgründung beteiligt sind. Denn angesicht der gesteigerten Informationsflut bedarf es nicht unwesentlicher Anstrengungen, die tatsächlich relevanten und zudem wichtigen Informationen zu filtern und für sich nutzbar zu machen. Hinzukommt, dass der Schritt in die Selbständigkeit auf den ersten Blick nicht sonderlich schwierig zu sein scheint – eine Anmeldung beim zuständigen Gewerbe- bzw. Finanzamt und schon kann es meistens losgehen. Doch dies reicht oftmals nur theoretisch aus. Denn vielmehr bedarf ein langfristiger erfolgreicher und zudem selbständiger Geschäftsbetrieb, der sich wirtschaftlich trägt einer umfassenden Beratung und beratenden Begleitung. 

Neben der gründlichen Vorbereitung und professionellen Planung ist die umfassende Information und Beratung einer der Stützpfeiler einer erfolgreichen Unternehmensgründung. Selbständig werden und selbständig bleiben sind eben oftmals ein großer Unterschied. Vermeiden Sie daher die Fehler, die andere bereits zuhauf vor Ihnen gemacht haben – lassen Sie sich für Ihren Erfolg beraten!

3 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Beratung alleine hilft auch nicht immer. Auch Marktkenntnis, wenn sehr gut, kann täuschen, wenn andere Regeln im jeweiligen Markt eingeführt werden, z.B. gesponserter Konzerneintritt in einen (sogar fast geschlossenen) Markt.

Wenn dieses Sponsoring zu Preisen auf dem öffentlichen Markt führen, die weit unter Deckung liegen, geht einem auch bei gutem Polster schnell die Deckung aus.

Sowas habe ich hinter mir und das in einem Markt wo ca. 10-20 % des Ertrages vor Steuern da gewesen sein müßten. Ich hatte nur einen "Marktführer" 'aufgekauft'. Den einen oder anderen Fehler kreide ich mir auch im Nachgang an, aber überwiegend gab es in dem Markt eine unberechenbare Komponente. - Der Markt ist auch nach weiteren 5 Jahren nicht zur Ruhe gekommen und das Firmensterben und die GF-Abberufungen gehen weiter.

Das ist aber das Schicksal von "Unternehmern", trotz aktivem Unternehmen und Beratung unter Kostenkontrolle kann eine andere Entwicklung kommen als die Planung es vorgibt. Auch Unternehmer können verlieren.

Die Gründe für manche Firmenpleiten sind halt nicht gänzlich überschaubar.

Mein Fehler war nur einer, ich hätte den Dispo von vornherein doppelt so hoch gehabt haben müssen. 1 Mille hatte nicht gereicht. (Und auch diese Größenordnung könnte daneben gelegen sein. Ich hatte die 1 Mille aufgenommen, als die 7 Jahres-Sohle knapp überschritten war - und der Markt ging weiter bergab.)

Es sollte sich jeder bewußt sein, das Selbständigkeit auch das Risiko des Nichts bedeutet, egal wie gut man ist.

Daniel Welker hat gesagt…

Danke für Ihren Eintrag und Ihre offenen Worte!

Sicherlich ist Beratung nicht alles. Aber oftmals ist ohne Beratung alles nichts. Denn im Vorfeld einer Gründung heißt es die Gefahren zu erkennen, Unwägbarkeiten und Risiken in die Bewertung einzustellen und so gut wie möglich aus dem Weg zu räumen.

Darüber hinaus hilft m.E. auch die noch so ausgeprägte Marktkenntnis nicht weiter, wenn die Regeln zur Teilnahme am Wettbewerb nicht bekannt sind.

Zugegeben - nicht immer ist jedes Risiko kalkulierbar. Aber eine professionelle Beratung im Vorfeld garantiert dem Gründer, dass er sich auf sein Tagesgeschäft konzentrieren und z.B. den von Ihnen erwähnten Widrigkeiten des Sponsorings entgegenwirken kann.

Kermit hat gesagt…

Beratung ist nicht alles - die anderen 40 % bestehen unter anderem aus Unternehmergeist und einem realistischer Sinn für das, was möglich ist - und was eben nicht möglich ist.
Trotzdem ist es wirklich erschreckend, wie blauäugig und uninformiert manche Unternehmer ihr Geschäft eröffnen.
Dabei gibt es so viele gute Informationesquellen über Steuern für Unternehmen, Personal, Arbeitsrecht und Arbeitssicherheit. Zum Beispiel bei bwr-media.de.
Man kann nur hoffen, dass mehr Gründer sich vernünftig auf ihre Geshcäft vorbereiten!